5 Fehler bei Conversion-Optimierung, die dich Anfragen kosten

Angenommen, du hast die Grundlagen abgedeckt und die Hauptgründe, warum deine Website nicht konvertiert, ausgeschlossen. Wenn die Conversion Rate auf deiner Website aber trotzdem sinkt, kommst du schnell in Versuchung, alles auf einmal zu ändern: die Farbe des CTA-Buttons, dein Hero-Text, vielleicht sogar das komplette Layout.

Großer Fehler.

Als jemand, der Websites von Dienstleistern und SaaS beruflich analysiert und auf Conversion-Probleme prüft, sehe ich das ständig: Unternehmer geraten in Panik und ändern Dinge, ohne wirklich zu verstehen, was eigentlich schiefläuft.

Also lass uns das korrigieren.

Hier sind 5 Dinge, worauf du achten sollst, wenn du die Conversion Rate deiner Website verbessern willst, ohne Zeit zu verschwenden oder deine Ergebnisse noch mehr zu verschlechtern (weil schlimmer geht’s immer).

Fehler 1:
Sich blind auf Conversion-Studien verlassen

Nur weil eine Studie sagt, dass „orange Buttons besser konvertieren“, heißt das noch lange nicht, dass dein Button wie ein Verkehrshütchen aussehen sollte.

Die meisten Studien werden in sehr spezifischen Kontexten durchgeführt, für die Branchen, Zielgruppen, Traffic-Quellen oder sogar Seitentypen, die deinen gar nicht ähnlich sind.

Bevor du irgendeine „Best Practice“ übernimmst, frag dich:

Was würde mir solche Änderung konkret bringen?

Macht es deine Botschaft klarer? Hebt es den Call-to-Action-Button besser hervor? Oder macht es einfach nur „alles ein bisschen hübscher“?

Wenn es keinen guten Grund gibt, lass es für den Moment so, wie es ist, und suche nach einer Änderung, die du gut begründen kannst.

Fehler 2:
Änderungen ohne Daten vornehmen

Du brauchst kein Bauchgefühl. Du brauchst Heatmaps, Session-Replays und Analyse-Tools, die dir zeigen, wie echte Besucher mit deiner Website interagieren.

Sammle mindestens 200 Sessions pro Seite, bevor du entscheidest, was du darauf ändern willst.

Warum gerade 200? Damit ein Besucher deine Daten nicht mehr als um 0.5% beeinflusst. Das ist immer noch viel, aber besser als einfach nach deinem Bauchgefühl zu handeln.

Fehler 3:
Keinem klaren Conversion-Optimierungsprozess folgen

Effektive Conversion-Optimierung folgt einem klaren Ablauf. Und der sieht so aus:

  1. Daten sammeln
  2. Daten analysieren
  3. Probleme identifizieren
  4. Hypothesen aufstellen (welche Änderungen können zumindest theoretisch die Probleme beheben?)
  5. Änderungen durchführen
  6. Testen
  7. Das Ganze wiederholen

Klinkt nicht so cool wie ein „Growth Hack“, aber es funktioniert.

Fehler 4:
Zu viel auf einmal ändern

Wenn du deinen Banner-Text neu schreibst, den Call-to-Action-Button verschiebst und gleichzeitig die Reihenfolge der Abschnitte auf der Seite änderst, woher willst du wissen, was tatsächlich funktioniert hat?

Antwort: Nirgendwoher, weil du in diesem Fall gar nicht rausfinden kannst.

Daher solltest du wichtige Änderungen, von denen du dir eine Conversion-Rate-Steigerung erhoffst, immer einzeln testen – niemals gleichzeitig.

Fehler 5:
Nicht den gesamten Conversion-Funnel in Betracht ziehen

In der Praxis zeigt sich: Viele Conversion-Probleme entstehen zwischen den Seiten und gar außerhalb der Webseite, und nicht auf der Seite selbst.

Manchmal beginnt das Problem schon, bevor Besucher überhaupt auf der Seite landen.

Ziehst du mit deinen Google Ads die falsche Zielgruppe an?

Passt deine Seite wirklich zu dem Versprechen aus deiner Sales-E-Mail?

Und manchmal zeigt sich das Problem erst, nachdem jemand auf den „Kontakt“-Button geklickt hat.

Hat dein Kontaktformular zwölf Pflichtfelder bzw. verlangt viel zu viele Informationen?

Sieht deine Zahlungsseite aus, als wäre sie vor 20 Jahren aus einem Schulprojekt entstanden?

Betrachte das große Ganze, nicht nur eine einzelne Seite.

Allerdings können dir die Besucher zwischen den Seiten verloren gehen, weil du ihre Erwartungen nicht – oder nicht zu dem richtigen Zeitpunkt – erfüllt hast (siehe Interessenten-Erwartungsmatrix).

Lange Rede, kurzer Sinn

Die Conversion Rate deiner Website zu verbessern bedeutet nicht, andere zu kopieren oder aus Verzweiflung wahllos Dinge zu ändern. Es geht um kluge Entscheidungen, die auf echten Nutzerdaten basieren.

Mehr solcher Fragen beantworte ich in meiner Serie Conversion-Optimierung in der Praxis: Tipps für mehr Website-Anfragen.

Deine Webseite bringt keine Anfragen?

Wenn du herauszufinden möchtest, wo genau deine Interessenten abspringen und wie man es ändern kann, das ist genau mein Job.

Hier erfährst du mehr darüber, wie ich dir helfen kann, deine Converision Rate zu steigern.

Mehr zur Website-Optimierung

Gill Andrews