[Website-Beratung] Wie viele Angebotsseiten braucht meine Webseite?

„Sollte meine Website eine oder mehrere Angebotsseiten haben?“

Diese Frage taucht regelmäßig in meiner Website-Beratung auf — vor allem, wenn jemand seine erste Dienstleister-Website plant oder seine Struktur überarbeiten möchte.

Wenn du über deine erste Business-Website nachdenkst, klingt die Idee verlockend, eine einzige Angebotsseite zu haben, auf der all deine Leistungen stehen.

  1. Deine Interessenten könnten alles auf einer Seite lesen
  2. Weniger Seiten bedeutet weniger Kosten für Webtext und Design

Aber was wäre, wenn ich dir sage, dass Punkt 1 eher ein Nachteil ist und Punkt 2 zwar heute stimmen kann, dir aber später mehr Geld kostet?

Lies weiter und finde heraus:

  • Wann du jede Leistung auf einer eigenen Angebotsseite aufführen solltest (Spoiler: fast immer) und
  • Wann eine gemeinsame „Angebote“-Seite ausreicht (Spoiler: nur in sehr speziellen Fällen)

Vorteile von mehreren Angebotsseiten

1) Stärkeres Argument => höhere Chance auf eine Anfrage

Weil du eine komplette Seite nur einer Leistung widmest, kannst du ein viel überzeugenderes Argument aufbauen. Du kannst ausführlicher beschreiben, Kundenstimmen einbauen, auf Fallstudien verlinken und Überzeugungsframeworks wie PAS oder AIDA [*] richtig einsetzen.

[*] – PAS: Problem-Agitate-Solution. AIDA: Attention-Interest-Desire-Action.

Das ist besonders wichtig, wenn du an folgende Zielgruppen verkaufst:

  • eine kalte Zielgruppe, die noch nie von dir gehört hat
  • Menschen mit geringer Problem- oder Lösungskenntnis/li>

Verglichen mit einer Zielgruppe, die dich bereits gut kennt und dir vertraut, werden solche Interessenten mehr Informationen brauchen, um zu verstehen, ob das, was du anbietest ihnen helfen wird.

Auf einer gemeinsamen Angebotsseite, auf der du pro Leistung vielleicht 3–4 Absätze hast, wirst du diese Zielgruppen kaum abholen. Und wenn du versuchst, mehr Infos reinzupacken, entsteht eine endlose Seite, die am Ende niemand liest.

2) Höhere Relevanz => längere „time on page“

Eine separate Angebotsseite enthält nur Infos zu genau dieser Leistung. Für jemanden, der genau das sucht, fühlt sich die Seite sofort relevanter an. Ergebnis: Sie bleiben länger auf dieser Seite und lesen weiter.

3) Weniger Ablenkung => längere „time on page“

Auf einer gemeinsamen Angebotsseite konkurrieren mehrere Leistungen um Aufmerksamkeit. Auf einer einzelnen Seite werden deine Leser weniger abgelenkt, können sich besser auf deinen Text einlassen und bleiben länger dabei.

4) Bessere Chancen, in Google zu ranken => mehr Website-Besucher

Wenn du eine Seite für ein bestimmtes Keyword ranken lassen willst, führt kein Weg an separaten Angebotsseiten vorbei.

Eine gemeinsame Seite kann nur für breitere, stärker umkämpfte Keywords optimiert werden und selten für ein Keyword, das exakt einer bestimmten Leistung entspricht.

Wenn du allerdings sowieso weißt, dass du mit deinen Keywords nicht ranken wirst – etwa weil du auf generische Begriffe wie „Consulting“, „Copywriting“ oder „Webdesign“ abzielst – dann betrifft dich dieser Punkt weniger.

Im Allgemeinen brauchst du ein spezifisches Long-Tail-Keyword, um realistisch eine Chance auf ein Ranking zu haben. Und das ist sinnvoll nur im Falle einer Angebotsseite, die eine spezifische, deinem Long-Tail-Keyword entsprechende Leistung beschreibt.

5) Klarere Website-Botschaft => niedrigere Absprungraten

In über zehn Jahren Website-Analysen habe ich hunderte Session Replays, Heatmaps und Performance-Daten von Dienstleistungsunternehmen gesehen. Und da zeigt sich ein Muster, das kaum zu übersehen ist: Die Homepage ist bei den meisten Dienstleistungsunternehmen die häufigste Einstiegsseite. Und nur ein kleiner Teil der Besucher liest sie komplett. Die Mehrheit nutzt nach ein paar Scrolls das Menü, um mehr über die Leistungen zu erfahren.

Mit separaten Angebotsseiten erkennen deine Website-Besucher sofort, was du anbietest. Ein Dropdown mit klaren Leistungstiteln ist viel verständlicher als ein vereinzelter Menüpunkt „Leistungen“, hinter dem sich eine ewig lange Seite verbirgt, die alle deine Leistungen umfasst.

Und wenn jemand eine Leistung sieht, die exakt zu ihm passt, klickt er eher drauf als auf ein neutrales „Leistungen“.

Trotzdem, wann reicht eine einzige Angebotsseite doch aus?

Eine gemeinsame Angebotsseite informiert eher oberflächlich und soll Interesse wecken.

Einzelne Seiten liefern ein überzeugendes Argument, warum man dich statt eines Wettbewerbers buchen sollte.

Ob du mehrere Seiten brauchst, hängt also davon ab, wie viel Überzeugungsarbeit deine Website leisten muss.

Was ist dein Plan, um Besucher auf deine Website zu bekommen?

Wenn du vor allem warme Kontakte auf deine Website bringst, zum Beispiel:

  • Leute aus deinem Offline-Netzwerk
  • Empfehlungen zufriedener Kunden
  • Personen, die dir auf Sozialmedien folgen und dir bereits vertrauen, etc.

…dann muss deine Website weniger erklären. Dann könnte auch eine einzige Angebotsseite ausreichen.

Wenn du aber auch Menschen überzeugen willst, die dich noch nie gesehen haben – etwa jemanden, der über Google auf einen Blogartikel von dir gestoßen ist – dann braucht jede Leistung ihr eigenes, überzeugendes Argument.

Und das geht viel besser mit separaten Angebotsseiten.

Mehr Antworten auf solcher spezifischen Website-Fragen findest du hier: Website-Beratung in der Praxis: Fragen & Antworten.

Hast du eine Frage zu deiner Webseite?

Dieser Beitrag stammt aus einem Gespräch während einer echten Website-Beratung.

Wenn du beim Lesen gemerkt hast, dass du selbst ein paar solcher Fragen hast, auf die dir weder Google noch KI eine sinnvolle Antwort liefern konnten, dann kann ich dir helfen.

Hol dir persönliche Expertenberatung zu deiner Positionierung, deinen Texten, deinem Design oder deiner Marketingstrategie, damit du endlich mit Klarheit und Selbstvertrauen weitermachen kannst.

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Gill Andrews